Züchten ist kein Beruf.

Ich züchte Dackel und Gordon Setter, weil ich diese Rassen liebe — nicht, weil ich ein Geschäft damit betreibe. Was das bedeutet, lesen Sie hier.

Mein Hobby mit Anspruch

Ich bin Hobbyzüchterin, und ich sage das ohne Entschuldigung — weil der Begriff in der Hundewelt leider oft falsch verstanden wird. Hobbyzüchter sind keine Laien, die ab und zu einen Wurf produzieren, weil die Hündin so süß ist und Welpen ja irgendwie immer gehen. Hobbyzüchter züchten, weil sie eine Rasse tief genug kennen, um ihr tatsächlich etwas Gutes tun zu können — zur Gesundheit, zum Wesen, zum Erhalt dessen, was diese Rasse im Kern ausmacht.

Meine Zucht läuft unter dem Zwingernamen von der Scherfaue. Ich züchte Rauhhaar-Dackel und Langhaar-Dackel im Deutschen Teckelklub 1888 e.V. (DTK) sowie Gordon Setter im Verein für Pointer und Setter e.V. Deutschland. Beide Vereine sind Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der seinerseits der Fédération Cynologique Internationale (FCI) angeschlossen ist — und die FCI gibt im Wesentlichen den Rassestandard vor, an dem sich alles orientiert.

Das bedeutet in der Praxis: Meine Zucht bewegt sich in einem mehrstufigen Regelwerk, das vom deutschen Tierschutzgesetz über die VDH-Zuchtordnung bis zu den spezifischen Zuchtbestimmungen des jeweiligen Rassevereins reicht. Und als wäre das nicht genug Kontrolle, bin ich zusätzlich vom Veterinäramt des Oberbergischen Kreises nach § 11 Tierschutzgesetz als gewerbliche Hundezüchterin zugelassen — für alle Rassen, mit denen ich züchte. Diese Zulassung setzt eine behördliche Überprüfung meiner fachlichen Kenntnisse, meiner Haltungsbedingungen und meines Umgangs mit den Tieren voraus und ist nicht einmalig erteilt, sondern an die fortlaufende Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen geknüpft. Kurz gesagt: Meine Zucht wird nicht nur von Rassevereinen, sondern auch vom Staat kontrolliert. Wer bei mir einen Welpen kauft, kauft nicht die Katze im Sack — oder den Hund im Sack, um im Thema zu bleiben.

Das Welpenzuhause

Meine Welpen wachsen die ersten vier Wochen im Haus auf. Danach ziehen sie in die Zwingeranlange nach draußen – ausgestattet mit Fliesen, Heizung und direktem Zugang in den Garten und den Hof. 

Die Welpen sind den ganzen Tag im Kontakt mit der Familie und unseren Hunden. Die Mutter bleibt bis zum Auszug Tag und Nacht bei den Kleinen. Die Prägung von Kindern durch eine gute Mutter ist lebensweisend!

Für die Jäger unter Ihnen: ich präge meine Welpen nicht auf Wild – völlig unnötig und nur eine Gelegenheit sich Krankheiten einzufangen.

Dafür präge ich meine Welpen von Anbeginn auf Sie! Wie das funktioniert lesen Sie auf der Welpenseite.

Zuchtkriterien

Nicht jeder Hund, den ich besitze, kommt in die Zucht — und nicht jede Verpaarung, die genetisch machbar wäre, findet deshalb auch statt. Meine Kriterien gehen über das hinaus, was die Vereine vorschreiben, weil mir bestimmte Dinge schlicht zu wichtig sind, um sie dem Zufall zu überlassen.

Wesen

Meine Zuchttiere müssen freundlich, offen und umgänglich sein — ohne Wenn und Aber. Wesen ist vererbbar, das ist keine Meinung, das ist Biologie. Wer einen Hund mit problematischem Wesen in die Zucht bringt, gibt dieses Problem an die nächste Generation weiter, und die nächste gibt es an die übernächste. Das ist nicht mein Beitrag zur Hundewelt.

Rassetyp

Der Hund muss seinem Rassestandard entsprechen — und zwar körperlich wie charakterlich. Bei Dackeln bedeutet das ausdrücklich auch die rassetypische Schärfe und Raubwildschärfe. Ein Dackel, dem der Jagdtrieb fehlt, ist kein vollständiger Dackel — egal wie niedlich er aussieht.

Gesundheit

Alle Pflichttests der jeweiligen Vereine werden selbstverständlich absolviert, dazu kommen freiwillige Zusatzuntersuchungen, wo sie sinnvoll sind. Was genau das im Einzelnen ist, finden Sie im nächsten Abschnitt.

Natürlichkeit

Ich züchte ausschließlich mit Hündinnen, die natürlich trächtig werden, ihre Welpen ohne Kaiserschnitt zur Welt bringen und sich anschließend selbstständig und kompetent um ihren Wurf kümmern. Eine Hündin, die das nicht kann oder nicht will, kommt bei mir nicht in die Zucht — unabhängig davon, wie gut alles andere passt. Muttereigenschaften sind für mich keine Nebenbedingung.

Gesundheit

Dackel (Rauhhaar und Langhaar)

  • DTK- oder FCI-Ahnentafel
  • Mindestalter 15 Monate
  • Höchstalter Hündin: Vollendung des 8. Lebensjahres. Eine
    Zuchtverlängerung mittels einer
    Sondergenehmigung über das
    vollendete 8. Lebensjahr hinaus ist
    ausgeschlossen.
  • Formwert: Mindestens sehr gut, ab vollendetem
    9. Lebensmonat vergeben.
    Gut in Verbindung mit bestandener
    Spurlautprüfung und einem weiteren
    Leistungszeichen.
  • Zeitlicher Wurfabstand: Eine Hündin darf nicht mehr Welpen
    aufziehen, als es ihre Kondition zulässt.
    Eine Hündin darf innerhalb von 24
    Monaten nicht mehr als zwei Würfe
    aufziehen.
    Berechnungsstichtag ist der Wurftag
    des ersten Wurfes.
    Bei einer Wurfstärke von mehr als
    – 5 Welpen bei Standardhündinnen
    muss der Abstand
    zwischen zwei Würfen mit derselben
    Hündin mindestens 12 Monate
    betragen. Stichtage sind die jeweiligen
    Wurftage. Die maximale Anzahl der
    Würfe einer Hündin wird auf 6
    beschränkt.
    (Totgeborene und später verendete
    Welpen sind mit einzubeziehen (siehe
    ZEB 1.2 sowie 9.2.5))
  • Es darf nur mit gesunden Hunden
    gezüchtet werden. Außerdem ist ein
    gültiger Impfschutz gegen die
    ansteckenden Krankheiten Staupe,
    Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose
    und Tollwut nachzuweisen.
  • Rauhhaar Gentests: DNA Identitätsprofil, Abstammung, CDDY, OI (Osteogenesis Imperfecta), crd-PRA (cone-rod dystrophy) 
  • Langhaar Gentests: DNA Identitätsprofil, Abstammung, CDDY

Erklärungen

CDDY:

(Chondrodystrophie) ist ein genetisches Merkmal bei Hunden, das für kurze Beine (proportionaler Zwergwuchs) sorgt.

OI (Osteogenesis Imperfecta):

umgangssprachlich Glasknochenkrankheit – ist eine genetisch bedingte Bindegewebserkrankung. Sie führt zu einer fehlerhaften Produktion von Kollagen Typ I, was extrem brüchige Knochen und Knochenverformungen zur Folge haben kann.


crd-PRA (cone-rod dystrophy): 

ist eine erbliche Augenkrankheit bei Hunden, bei der die Netzhautzellen degenerieren. Dies führt zunächst zu Tagblindheit und später zur völligen Erblindung.

Die vollständigen Zuchtzulassungsvoraussetzungen des DTK 1888 finden Sie hier:

Gordon Setter

  • Es darf nur mit reinrassigen, gesunden und wesensfesten Pointern und Settern gezüchtet werden, die eine von der FCI
    anerkannte Ahnentafel besitzen und die, die jeweils gültigen Zuchtzulassungsbedingungen zum Zeitpunkt ihrer
    Zuchtzulassung erfüllt haben.
    Alle Zuchthunde müssen eindeutig durch einen Transponder gekennzeichnet und identifizierbar sein.
  • HD, ED: Für alle Hunde, die die Zuchtzulassung im VfPuS erlangen sollen, muss ein röntgenologisches Gutachten einer für die
    Rasse (gemäß VDH/FCI) zuständigen deutschen HD-Zentrale vorliegen.
    Die Untersuchung auf Ellbogendysplasie ist freiwillig, dient aber dem Ziel der Gesunderhaltung der Rassen und wird vom
    Verein dringend empfohlen.
    Beide Untersuchungen dürfen erst nach der Vollendung des 12. Lebensmonats erfolgen.
  • Gentests: Progressive Retina Atrophie rcd1 (PRA rcd1), Progressive Retina Atrophie rcd4 (PRA rcd4), Canine Leukozyten Adhäsionsdefizienz (CLAD), Von-Willebrand Erkrankung Typ 1 (vWD1)
  • Um den Zuchtzielen des Vereins gerecht zu werden, können nur Hunde die Zuchttauglichkeit erlangen, welche anlässlich
    einer Ausstellung mit Zuchtzulassungsbeurteilung von beiden Zuchtrichtern jeweils eine Formwertnote im Bereich gut
    oder besser erhalten haben.
    Für die Erlangung einer uneingeschränkten Zuchttauglichkeit muss mindestens eine Formwertnote ein sehr gut oder
    vorzüglich sein.
    Hunde, die auf mindestens drei rassespezifischen Leistungsprüfungen herausragende Leistungen (sehr gut + oder
    besser) in jeweils mind. zwei der Fächer Nase, Suche oder Vorstehen gezeigt haben, können auch mit zwei
    Formwertnoten im gut eine eingeschränkte Zuchttauglichkeit erreichen. 
  • Neben den allgemeinen jagdlichen Anlagen, wie Passion, Wasser- und Apportierfreude, Beutetrieb, Wildschärfe und Schussfestigkeit, sollten sich britische und irische Vorstehhunde gegenüber den kontinentalen besonders durch hohe Leistungen in den Fächern Nase, Suche und Vorstehen auszeichnen.                                                  

Erklärungen

Progressive Retina Atrophie rcd1 (PRA rcd1) und Progressive Retina Atrophie rcd4 (PRA rcd4)

schwere, vererbbare Augenkrankheit bei Hunden, die zu einer schnellen und unumkehrbaren Degeneration der Netzhaut und letztlich zur völligen Erblindung führt.

Canine Leukozyten Adhäsionsdefizienz (CLAD): 

schwere, vererbbare Immunschwäche. Durch eine Genmutation können weiße Blutkörperchen nicht mehr an Gefäßwände andocken, wodurch das Immunsystem Krankheitserreger nicht bekämpfen kann. Die Erkrankung verläuft tödlich.

Von-Willebrand Erkrankung Typ 1 (vWD1): 

ist die häufigste vererbte Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad.

Die vollständigen Zuchtzulassungsvoraussetzungen des Vereins für Pointer und Setter e.V. finden Sie hier:

Was kein Züchter garantieren kann

Dieser Abschnitt ist mir wichtig, und ich bitte Sie, ihn aufmerksam zu lesen. Ich halte es für unehrlich, Welpenkäufern gegenüber so zu tun, als wäre Hundezucht eine exakte Wissenschaft mit vorhersehbaren Ergebnissen. Ist sie nicht.

Ich mache Gentests und untersuche meine Hunde regelmäßig und sorgfältig. Ich wähle Paarungspartner nach fachlichen Kriterien aus und nicht nach dem, wer gerade verfügbar ist, schnell zu erreichen oder einfach „gut aussieht“. All das reduziert Risiken erheblich — aber es eliminiert sie nicht, und wer Ihnen das Gegenteil erzählt, lügt Sie an.

Der Grund dafür ist simpel: Was ein Welpe mitbekommt, hängt nicht allein von den Genen der Elterntiere ab. Epigenetische Einflüsse — also Faktoren, die während der Trächtigkeit auf die Entwicklung der Welpen einwirken — spielen eine Rolle, die kein Gentest der Welt vorhersagen kann. Hinzu kommt, dass die Kombination zweier getesteter, gesunder Elterntiere keine garantierte Aussage über das einzelne Individuum im Wurf erlaubt. Es gibt keinen Test, der mir heute sagt, wie sich Welpe Nummer drei in drei oder fünf Jahren entwickeln wird. Das ist Biologie, und die hält sich bekanntlich nicht an unsere Erwartungen.

Was das für Sie als Käufer bedeutet: Sie erhalten von mir vollständige Dokumentation aller durchgeführten Untersuchungen beider Elterntiere, und diese Informationen sind ausdrücklicher Bestandteil des Kaufvertrags. Was ich weder übernehme noch übernehmen kann, ist eine Garantie für die gesundheitliche Entwicklung des einzelnen Welpen. Kein seriöser Züchter kann das — und wer es Ihnen verspricht, sollte Ihr erster Anlass zur Skepsis sein.

Ich gebe mir mit meinen Hunden und jedem einzelnen Wurf die größtmögliche Mühe und Sorgfalt. Das Ergebnis ist immer ein Lebewesen. Sollten Mängel (z.B. Hodenhochstand, Gebiss, Rute) während der Aufzucht und oder der Wurfabnahme sichtbar werden, sprechen wir direkt darüber. In diesem Falle erhalten Sie von mir eine Minderung des Kaufpreises. Der „Mangel“ wird dokumentiert und ist Teil meines Kaufvertrages.

Sie interessieren sich für einen Welpen?

Wenn Sie sich für einen Welpen von der Scherfaue interessieren, empfehle ich Ihnen, zunächst die Rasseseiten zu lesen. Dort finden Sie alles, was Sie über die Eigenschaften, den Alltag und die Anforderungen der jeweiligen Rasse wissen müssen — bevor wir miteinander sprechen. Das spart uns beiden Zeit und sorgt dafür, dass ein Welpe von mir wirklich zu Ihnen passt. Und ansonsten melden Sie sich einfach, Sie sind jederzeit herzlich eingeladen mich und meine Hunde kennenzulernen und zu probieren, ob wir Ihnen schmecken.

Oder direkt zur Welpenseite:

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